Chronik

Chronik Teil-I von 1872 bis 1994

 

Grundlage für diese Chronik waren die Protokollbücher der Freiwilligen Feuerwehr Greifenberg, die zurückreichend bis zum Gründungsjahr 1872 noch vorhanden sind. Daraus unverändert übernommene Absätze sind kursiv dargestellt und bezüglich Stil, Rechtschreibung und Grammatik unverändert.

Geschichtliche Notizen über die Entstehung und Gründung

Der Freiwilligen Feuerwehr Greifenberg und Umgebung.

 

 

Protokoll der Gründungsversammlung

 

Nachdem am 6. April 1872 in Oberschondorf ausgebrochenen Brandes bei welchem 6 Anwesen ein Raub der Flammen wurde, wurde durch den Freiherr von Perfallschen Rentenverwalter Georg Büchlein, welcher Augenzeuge von der bei diesem Brand herrschenden Rat- und Tatlosigkeit und Unordnung war, die Bildung einer freiwilligen Feuerwehr angeregt.

 

Diese Anregung fand von Seiten des königlichen Kämmerers Landrates und Schlossgutbesitzers von Greifenberg, Herrn Max von Perfall den ungeteilten Beifall und die kräftigste Unterstürzung. So das endlich unter belehrender unt tätigster Mithilfe des kgl. Bezirksamtmannes Herr Franz Xaver Meier in Landsberg im Monat Juni 1872 eine Versammlung der Bürgermeister und Beigeordneten von Greifenberg, Beuern, Eching, Oberschondorf und Unterschondorf abgehalten wurde. Bei dieser wurde die Bildung eines freiwilligen Feuerwehrverbandes in genannter Gemeinde beschlossen. Der Rentenverwalter Büchlein wurde zur Leitungder weiteren Massregeln behufs Gründung der Feuerwehrvereins und zum provisorischen Kommandanten erwählt. Hierauf wurde in jeder Gemeinde zur Einzeichnung der sich beteiligten Mitgliederlisten aufgelegt, deren Abschluss jedoch wegen Eintritt der Erntezeit erst Ende August bestätigt werden konnte und nachstehende Resultate auswiesen.

 

Von Greifenberg                  beteiligten sich                   36 Mann

Von Beuern                          beteiligten sich                   23 Mann

Von Eching                           beteiligten sich                   18 Mann

Von Oberschondorf              beteiligten sich                   37 Mann

Von Unterschondorf             beteiligten sich                   20 Mann

                                   Summe der Mitglieder                 134 Mann

 

Nach Konstatierung der hinlänglichen Beteiligung von Seiten der einzelnen Gemeinden wurde duch den prov. Kommandanten Gerog Buchlein behufs Konstituierung des Vereins, die Bürgermeister und die sich beteiligenden Mitglieder auf Sonntag, den 5. Sept. 1872 zu einen Generalversammlung eingeladen. Somit war nach vorgenommener Wahl des Verwaltungsrates die freiwillige Feuerwehr für Greifenberg und Umgebung gegründet.

Gut Heil! der jungen Institution.

 

 

Möge dieselbe zum allgemeinen Nutzen und Wohle der ganzen Umgebung wachsen und blühen.

Gegeben zu Greifenberg, den 5. Sept. 1872

 

                                Büchlein

Freiherr von Perfallscher Rentenverwalter

 

 

Bereits in den vorgenannten Versammlung wurde als Grundbedingung der Lebensfähigkeit einer Feuerwehr folgende Vorschläge einstimmig genehmigt:

 

·          Anschaffung einer Dienstmütze von sämtlichen Mitgliedern auf eigene Kosten

·          Einmaliger Betrag von 25 Mark jeder Gemeinde zur Anschaffung von Steigerausrüstungen, Musterrequisiten und Regiezwecken

·          Jede Gemeinde hat Sorge zu tragen, daß eine Wasserreserve eingerichtet bzw. eine schon bestehende gereinigt und in Stand gehalten werden

·          Für jed Gemeinde werden zwei Feuerleitern und zwei Dachleitern hergestellt, die in bestem Zustand gehalten werden.

 

Am 17. Nov. 1872 tritt Eching aus dem Vereinsverband aus.

 

Den rastlosen Bemühungen des derzeitigen Vorstandes, Herrn Max Freiherr von Perfall, gelang es von seiner Majestät dem König aus der Münchner-Aachener Feuerversicherung Anteile und eine Unterstüzung zu erwirken, die es ermöglichte, eine neue Saug- und Druckspritze anzuschaffen.

 

Am 1. Sept. 1873 wurde mit dem Maschinenfabrikanten J.H. Reinhard aus Würzburg ein Vertrag zur Lieferung dieser Spritze mit einer 5jährigen Garantieübernahme abgeschlossen. Am 23. Sept. 1873 wurde die Spritze geliefert und zur Probe derselben der 5. Okt. anberaumt. Bei der Probe zeigte sich, daß die Spritze sehr schwergängig war und nicht die bedungene Leistungsfähigkeit bezüglich der Wassermenge erzielte. Zu einer zweiten Probe am 9. Nov. 1873 wurde als Experte Herr Endreß, Maschinenmeister der Augsburger Feuerwehr, herangezogen.

Herr Endreß erstellte ein Gutachten, das zusammen mit der Spritze an den Fabrikanten Reinhard zurückgeschickt wurde. Nach Beseitigung der Mängel auf Kosten des Fabrikanten wurde die Spritze am 20. März 1874 einer dritten Probe unterzogen. Diese fiel befriedigend aus und die Annahme der Saug- und Druckspritze wurde definitiv beschieden.

 

Die Freiwillige Feuerwehr kann auf diese Maschine mit vollstem Recht stolz sein. Der größte Dank und die Anerkennung gilt dem Förderer dieses Werks. Herrn Max Freiherr von Perfall.

 

Im Jahr 1874 wurde die Feuerwehr zu insgesamt 3 Bränden gerufen:

 

·          Am 22 Mai in Hechenwang, wobei unsere Saug- und Drucksprizte als Zubringer für die Schondorfer und Windacher Druckspritze verwendet wurde. Die Windacher Spritze versagte den Dienst infolge des schmutzigen Wasser, wogegen unsere Saugspritze vortrefflich aushielt.

·          Am 25. Juni wurden wir mittels Telegramm zum Spitalbrand nach Landsberg angefordert.

·          Am 6. Juli schlug der Blitz in das Anwesen des Stillerbauers und entzündete das Strohdach. Wegen der Nässe konnte der Brand ohne Beschädigung des Hauses sofort gelöscht werden.

 

Die Hauptübung wurde am 27. Sept. unter der Inspizierung durch Herrn Regierungskommisär, Herrn Oberinspektor Ludwig Jung und des Herrn Bezirksamtsassesors Riedl im Schloß abgehalten. An der Übung nahm auch die Feuerwehr aus Schondorf teil. Von den Inspektoren wurde die vollste Zufriedenheit und Anerkennung ausgesprochen.

 

Der Kommandant berief am 21. Juni 1874 eine Verwaltungsratssitzung ein, um über mehrere Beschwerden gegen den derzeitigen Spritzenmeister Bechluß zu fassen. Der hätte sich mehrere Nachläßigkeiten zuschlulden lommen lassen.

Nach dem Brand in Hechenwang ließ er eine abgeprochene Stange der Schlauchhasbel volle 3 Tage in ruinösen Zustand. Ferner legte er ein unwürdiges Benehmen duch verletzende Äußerungen im Wirtshaus gegen andere Feuerwehrmitglieder an den Tag. Der Kommandant stellte daher den Antrag, den Spritzenmeister wegen großer Nachläßigkeit im Dienst und unwürdigen Benehmens seiner Charge zu entheben und aus dem Feuerwehrverband auszuschließen.

 

In der Versammlung vom 19. Jan. 1875 wurde die Einführung von Strafen für unentschuldigtes Wegbleiben von den Übungen beschlosssen.

Am 23. Mai 1875 wurde der Gemeindeausschuß von Greifenberg, Beuern, Ober- und Unterschondorf geladen, um über die Verwendung der alten Druckspritze zu entscheiden. Es wurde beschlossen, daß die Gemeinde Beuern die alte Druckspritze übernimmt. Der Erlös wurde zur Deckung der Restschuld für die neue Saug- und Druckspritze verwant.

 

Jahr Jahre 1876 erklärten die Gemeinden Ober- und Unterschondorf  ihren Austritt aus dem bestehenden Feuerwehrverband und bildeten einen eigenen Feuerwehrcorps.

 

Die bezirksamtliche Genehmigung des Austritts wurde in der Generalversammlung am 9. April 1876 bekannt gegeben und ein neuer Verwaltungsrat auf 3 Jahre gewählt. 1876 wurde sechs Übungen abgehalten. Als Übungszeit wurde die Stunde von 6 - 7  Uhr früh an den jeweiligen Sonntagen festgesetzt.

 

Jedes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr mußte für unentschuldigtes Fernbleiben eine Strafe bezahlen, unentschuldigtes Wegbleiben der Pflicht-Feuerwehr wurde durch den Bürgermeister dem königlichen Staatsanwalt zur Bestrafung in Anzeige bebracht.

Die für den 24. Sept. 1876 angesetzte Übung mußte wegen mangelhafter Beteiligung entfallen.

 

Punkte aus der Generalversammlung vom 5. Jan. 1879:

 

·          Behufs Schonung der mit großen Kosten angeschafften Schläuche wird bestimmt, daß von jetzt an, bei auswärtigen Bränden die Schlauchhasbel nicht mehr mitgeführt werden darf.

·          Nachdme zum wiederholten Male bemerkt wurde, daß bei auswärtigen Bränden die Saugsprizte mit 6 bis 8 Mann besetzt war, sodaß dadurch abgesehen von der übermässigen Belastung der Spritze, dieselbe beschädigt wurde, so wird bestimmt, daß von jetzt an nur noch 2 Mann und zwar Kommandant und Spritzenmeister auf der Spritze Platz nehmen dürfen. Die übrige Mannschaft aber, auf einem eigens bestimmten Leiterwagen, welcher von der Gemeinde zu stellen ist, transportiert wird.

 

In der Generalversammlung am 17. Mai 1880 legte der Vorsitzende Herr Erhard von Perfall die Stelle als Vorstand nieder und begründete seinen Enschluß:

 

Die Freiwillige Feuerwehr Greifenberg leidet seit ihrem Bestehen an einem Hauptübel, das im Mangel an Eifer und Fleiß für die gute Sache beim größten Tei der Mitglieder bestehe. Alle Jahresberichte der Kommandanten über die Tätigkeit der Feuerwehr von 1873 - 1878 führen hierüber Klage. Darüber habe ich mich seit der Führung der Vorstandschaft am 3. Feb. 1878 vollkommen überzeugt, daß die Klage gerechtfertig ist.

 

Nachdem sich die Verhältnisse der hiesigen Freiwillige Feuerwehr seit Austritt des Vorstandes noch mehr verchlechtert hatte und seit zwei Jahren auch die satzungsmäßigen Generalversammlungen nicht mehr abgehalten wurden, erklärte auch Herr Büchlein am 1. Mai 1882 seinen Austritt unter Niederlegung der Charge als Schriftführer und Kassier.

 

Ebenfalls im Jahr 1882 wurde die Anschaffung eines Signalhorns aus dem vorhandenen Kassenbestand beschlossen.

 

Durch Akklamation wurde am 23. Jan. 1887 der Beschluß erhoben, daß in der Feuerwehr zu Grefenberg jeder freiwillige Feuerwehrmann bis zum 55. Lebensjahr Dienst zu leisten habe.

 

 

Auszüge aus dem Protokoll vom 2. Feb. 1895:

Das Bier, welches bei auswärtigen Hilfeleistungen an die anwesenden Feuerwehrmitglieder, 1 Liter per Mann, verabreicht wird, soll aus der Gemeindekasse bezahlt werden.
Die Anbringung einer Aufschrift an das Feuerwehrhaus, sowie die Gestellung eines zweiten Schlüssels zu demselben wurde in Anregung gebracht.

 

In den Bericht des Vorstands am 31. Dez. 1895 konnte dieser erstmals erwähnen, daß die Übungen von den Mitgliedern mit Eifer und Fleiß besucht wurden. Dies zeigt, daß die Feuerwehr immer mehr Fortschritte machte.

Zu Bränden wurde die Freiwillige Feuerwehr dreimal gerufen:

Am 25. August nach Unterwindach, am 9. September zur Missons-Station Emming und zum dritten Brand duch scherliche Töne der Kirchenglocke Oberschondorf

 

Bericht des Vorstandes über das abgelaufene Jahr 1896:

Noch unter dem gewaltigen Eindruck stehend, welcher das gestrige schreckliche Ereignis in mir hervorrief, will ich einige Zeilen niederschreiben, damit auch eine spätere Generation erfahre mit welch großem Unglücke das Jahr 1896 für Greifenberg endete.

Am 31. Dez. 1896 morgens gegen 8 Uhr ertönten fürchterliche Feuerrufe unter welche sich bald die wimmernden Töne der Schloßturmglocken mischten. Als ich die Straße betrat sah ich, daß Wagnerfranzen-Anwesen lichterloh brannte, flatternd stiegen die Feuersäulen in die Höhe. Für die freiwillige Feuerwehr war nichts mehr geboten, als das Feuer auf seinen Herd zu beschränken und die Nachbarhäuser zu schützen. Dies gelang und mit Gottes Hilfe, da völlige Windstille herrschte. Ich kann diese Aufzeichnung nicht schließen, ohne der freiwilligen Feuerwehr meinen besten und wärmsten Dank auszusprechen, für ihr eifriges, unermüdetes und taktvolles Zusammenwirken, in der Stunde der Gefahr.

 

Hoffen wir zu Gott, daß er uns lange Zeit vor ähnlichem Unglück bewahre, sollte aber ein solcher Fall eintreten, so machen wir den Wahlspruch der Freiwilligen Feuerwehr wieder zu Tat.

>>Einer für Alle, Alle für Einen<<

 

Am 3. März 1901 wurde vorgeschlagen, daß sich aus Anlaß des Geburtsfestes seiner kgl. Hoheit des Prinzregenten Luitpolt am 12. März, die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr zu einer Kirchenparat versammeln.

 

Im Jahre 1903 wurde aus dem Kassenbestand sowie aus dem Geschenk des Herrn Freiherrn v. Perfall für die gesamte Mannschaft Helme beschafft.

 

Am 8. Jan. 1907 entstand im Knabenseminar St. Ottilien durch eine Gaskesselexplosion Feuer. Durch das mutige Eingreifen der Brüder konnte das Feuer alsbald gelöscht werden, so daß Spritze und Mannschaft unserer Feuerwehr, die sofort hilfsbereit ausrückten nicht in Aktion treten konnten.

 

Hr. Brandmeister Kaindl aus Utting inspizierte am 22 April 1907 die Feuerwehr und erkannte deren gutes Zusammenarbeit und ihre genügende Ausrüstung lobend an.

 

Anno 1910 wurde die Feuerwehr am 12. Juli zu einem Brand nach Pflaumdorf und am 11. Dezember nach Gießübl gerufen.

 

Als sehr erfreulich und von großem Vorteil für die Feuersicherheit des Dorfes muß die Erbauung der öffentlichen Wasserleitung vom heurigem Jahre erwähnt werden. An verschiedenen passenden Stellen des Ortes wurden 11 Oberflur-Hydranten angebracht. Leider waren die Druckverhältnisse (vom Standpunkt der Feuerwehr aus) nicht sehr günstig und im Falle eines Brandes hätte sofort für die Absperrung in Ober- und Unterschondorf gesorgt werden müssen.

 

1911 wurde das Haus Nr. 1 des Georg Albrecht in Beuern zur nächtlichen Stunden ein Raub des Feuers, doch war nicht mehr viel zu retten und helfen, da das alte Haus mitsam den Futtervorräten bereits vernichtet war, ehe wir eintreffen konnten.

 

1921 wurde die Feuerwehr zum Brand des Ökonomiestadels des Schloßgutes in Unterwindach gerufen. Am 4. Okt. Wurde tatkräftiges Eingreifen der Feuerwehr, als auch der übrigen Ortsbewohner bei den Lösch- und Rettungsarbeiten nötig, als es beim Ökonomen Albrecht brannte.

 

Am 26. Okt. 1924 feierte die Freiwillige Feuerwehr Greifenberg ihr 50jahriges Gründungsjubiläum. (1872 Gründung des Feuerwehr-Verbandes am Ammersee)

Morgens früh um 5 Uhr verkündeten Böllerschüsse die Festlichkeit des Tages. Nachmittags um 2 Uhr fand am Ökonomiegebäude des Gasthauses zur Pst eine Übung statt. Anschließend begrüste der Kommandant Josef  Metzger die erschienenen Ehrengäste.

Herr Bezirk-Feuerwehrvertreter Stohrer aus Riederau dankte für die Einladung und sprach dann der Feuerwehr seinen Anerkennung aus für ihre Leistungen, welche vollauf befriedigten. Hierauf folgte der Einmarsch in den festlich geschmückten Sall des Gasthauses „Zur Post" unter den Musikklängen der Kapelle „Schondorf" dirigiert von Herrn H. Hofbauer.

Nach dieversen Reden wurde der Vereinsball eröffnet.

 

Montag früh um 9 Uhr fand eine Kranzniederlegung mit Serenade am Kriegerdenkmal für die gefallenen Helden aus dem Weltkrieg statt. Mit Musik wurde anschließend zum Gedächtnisgottesdienst nach Beuern marschiert. Im Anschluß fand ein Frühschoppen im dortigen Gasthaus statt. Mit Musik marschierte der Zug, welcher bis zuletzt seine schöne Ordnung beibehielt, nach Greifenberg zurück.

 

So ist das 50jährige Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Greifenberg in schönster Harmonie verlaufen und werden sich die Beteiligten noch gerne der schönen Feier erinnern.

 

In der Generalversammlung vom 6. März 1927 wurde angeregt, einen Verbandskasten anzuschaffen und einen Kameranden mit dem Sanitätsdienst zu betrauen.

 

Morgen 3 Uhr wurde unsere Wehr am 1. Juli 1927 nach Hechenwang gerufen, wo das Anwesen des Landwirtes und Sägewerksbesitzers brannte. Es wurde der Spritzenbesatzung jedoch auf halbem Wege zuteil, daß die Feuerwehr nicht mehr zur Tätigkeit treten bräuchte. Nur 2 Tage später brannte das Anwesen der Gütlerin Maria Steeb nieder, an welchem Brand auch unsere Mannschaft tätig war.

 

In der Versammlung am 18. März 1928 wurde der Anregung zur Beschaffung des Verbandskastens stattgegben.

 

Eine Schubleiter sollte im Jahr 1930 beschafft werden, ferner wurde beantragt die Uniformierung um 6 Röcke zu erweitern.

 

Vom Mitglied Hr. Heinrich Albrecht, wurde in der Versammlung am

3. April 1932 der Antrag eingebracht, für den Fall eines Brandes eventuell zur Beförderung der Mannschaft und Spritze, das Auto des Hr. Fürgut, mit dessen Genemigung zu verwenden. Auch sollten zwei Rauchmasken angeschafft werden.

 

Tätigkeitsbericht des Kommandanten, Hr. Heilrath über das Übungsjahr 1934:

Es wurden 5 Übungen und 1 Probealarm durchgeführt. Während die ersteren im allgemeinen gut besucht waren, wurde der Probealarm nicht von allen gleich richtig erfaßt. Schuld daran war das Fehlen des Signalisten. Trotzdem war es möglich vom ersten Signalzeichen bei Ausbruch des angenommenen Brandes bis zur ersten Wassergabe aus dem Strahlrohr innerhalb 7 Minuten mit einigen Wehrmännern die Spritze herbeizuholen und alles in Tätigkeit zu setzen.

 

Glücklicherweise blieb unsere Gemeinde von Bränden verschont und mußte die Feuerwehr nirgends eingreifen. Dagegen wurden wir beim Brand im Anwesen des Hr. Jakob Glas Burkholz zur Hilfeleistung gerufen.

 

Dem Ansuchen zur Abhaltung des Bezirksfeuerwehrtages nach Greifenberg beim Bezirksbrandinspektor Hagenbusch wurde stattgegeben und als Termin der 26. Mai 1935 bekanntgegeben.

 

Bei der außerodentlichen Generalversammlung am 8. Dez. 1935 sind bereits erste Anzeichen des nahenden Krieges wahrnehmbar.

Der derzeitige Vorstand Hr. Georg Gall brachte nach der Verlesung der Mitglieder in seiner Begrüßungsrede einen klaren und gemeinverständlichen Vortrag über das Wesen der Feuerwehr und deren Pflichten - nicht nur im gewöhnlichen Brandfalle, sondern auch für den Fall eines Fliegerangriffes; die Wirkung der Brand-, Gas- u. Sprengbomben. In diesem Vortrage wurde Hr. Vorstand von Hr. Bürgermeister Schmid aufs kräftigste unterstützt.

 

1939 nimmt die Feuerwehr am letzten Vorkriegs-Bezirks-Feuerwehrtag in Scheuring teil. Bei den Wettbewerben wird sie dritter Sieger. In die damals ausgestellte Urkunde war bereits das Hakenkreuz geprägt und unterschrieben war sie je vom Kreis- und Bezirksfeuerwehrführer. Beides sind Zeichen, dass die sogenannte Gleichschaltung der Nationalsozialisten auch die Feuerwehren erreicht hatte. 

 

Der 2. Weltkrieg hatte für die Feuerwehr ähnliche Auswirkungen, wie für andere Vereine und Organisationen. Die Aktivitäten mußten nahezu eingestellt werden, um jedoch einen minimalen Brandschutz sicherzustellen zu können, bildete Kommandant Heilrath 2 Mädchengruppen aus. Größere Einsätze waren während der Kriegszeit nicht erforderlich.

 

Umso mehr war die Feuerwehr dann am 17./18.02.1948 gefordert:

Der größte und für die Wehr Greifenberg der übelste ist der Fall Theresienbad am 17./18.02.1948 geblieben und ist heute noch jedem Einzelnen so frisch in Erinnerung.
(Geschichtlicher Hinweis zum besseren Verständnis der Dramatik:
1833 entdeckte der Landarzt Dr. Haslinger am heutigen Standort Heilwasser. Dies führte zum Bau eines Bades, das 1898 wegen des regen Betriebes sogar einen eigenen Haltepunkt an der neu erbauten Ammersee-Bahn erhielt. 1935 erwarben die Nationalsozialisten das Anwesen, passten es an den wuchtigen NS-Architekturstil an und betrieben darin eine BDM-Führerinnenschule. Während des 2. Weltkrieges wurde die Anlage als Lazarett genutzt. Zum Brandzeitpunkt waren Deportierte, Flüchtlinge und Heimatvertriebene untergebracht. Das Gebäude wurde durch den Brand nahezu völlig zerstört.)


 Mit der Generalversammlung vom 26. März 1950 nimmt die Feuerwehr wieder ihren regulären Betrieb auf. Heinrich Albrecht wird zum 1. Kommandanten gewählt. In seiner Amtszeit wird 1951 eine Tragkraftspritze TS4 beschafft.

 

Am 2. Dez. 1956 übernimmt dann Johann Vogl das Amt des

1. Kommandanten. Einmalig wird bei dieser Wahl auch ein Kommandantenstellvertreter für den Ortsteil Neugreifenberg gewählt, Alfred Fierlbeck. Begründet wird dies mit dem 1956 erfolgten Bau der Wasserleitung nach Neugreifenberg, wodurch dort 6 Hydranten aufgestellt werden konnten.

 

Im März 1964 konnte vom Katasrophenschutz ein Unimog TLF8 übernommen werden. Für die Feuerwehr war dies eine wesentliche Verbessung, da nun erstmalig selbstfahrendes Feuerlöschgerät zur Verfügung stand und man nicht mehr auf Zugfahrzeuge angewiesen war.

 

Bei den Neuwahlen am 27. Mai 1966 geht das Amt des 1. Kommandanten an Robert Sedlmair.

 

Am 5. April 1974 wird Josef Pitzl erstmalig zum 1. Kommandanten gewählt. Er nimmt dieses Amt über das 125. Jubiläumsjahr hinaus bis 2002 wahr.

 

1975 wird mit den Leistungsprüfungen begonnen. Bei der ersten Abnahme am 16. Mai 1975 nehmen 18 Feuerwehrkameraden mit Erfolg teil.

 

Durch die Gebietsreform kommt am 1. Mai 1978 die Freiwillige Feuerwehr Beuern zu Greifenberg.

 

Eine wesentliche Verbesserung erhält die Feuerwehr im August 1978 mit der Einführung der Funkalarmierung. Dieses System wurde in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut, so dass heute ein großer Teil der Feuerwehrdienstleistenden mit Meldeempfänger ausgestattet ist.

 

Mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses wurde im April 1985 begonnen. Bedingt war dieser Bau durch die anstehende Beschaffung eines neuen Löschfahrzeuges und dadurch, daß das alte Gebäude für einen geordneten Betrieb nach geltenden Vorschriften nicht mehr geeignet war.

 

Bereits am 14.12.1985 konnte mit dem Unimog in das neue Feuerwehrgerätehaus umgezogen werden. Erwähnenswert ist auch, daß die Feuerwehrkameraden für dieses Gebäude ca. 900 Stunden Eigenleistungen erbracht haben.

 

Am 19.12.1985 wurde das schon erwähnte neue Löschfahrzeug LF16 in Ulm abgeholt, dir kirchliche Weihe erfolgte zusammen mit dem neuen Feuerwehrgerätehaus am 27. Juli 1986.

 

1988 mußte der Unimog TLF8 stillgelegt werden, bedingt durch das hohe Alter des Fahrzeuges und der damit auftretenden technischen Mängel. Für viele Kameraden war es ein harter Schritt, da sie mit diesem Fahrzeug bei der Feuerwehr lange gearbeitet hatten.

Am 11. November des gleichen Jahres konnte jedoch eines der vom Katastrophenschutz beschafften Löschfahrzeug LF16-TS in Greifenberg in Dienst genommen werden, womit für den Einsatzfall wieder zwei Fahzzeuge zur Verfügung standen.

 

Um den Nachwuchs für die Feuerwehr zu sichern, wurde im Oktober 1993 die Jugendfeuerwehr gegründet. An der ersten Ausbildung nahmen 1 Mädchen und 13 Buben teil.

 

Durch die Ende 1985 erfolgte Beschaffung des LF 16 und die Zuteilung des LF 16-TS und des Verkehrssicherungsanhängers (VSA) durch den Landkreis, änderte sich die Übungs- und Einsatztätigkeit der Feuerwehr gravierend. Zunächst musste die Mannschaft und auch Führungskräfte auf bisher unbekannte Geräte, wie z.B. Rettungssatz, Atemschutzgeräte, Hebegeräte, usw. ausgebildet werden. Für die Maschinisten war wegen des Gesamtgewichts der neuen Fahrzeuge der Führerschein der damaligen Klasse II zwingend erforderlich. Schon Mitte 1986 konnte die Feuerwehr Greifenberg dann nach viel Ausbildungstätigkeit in die regulären Alarmpläne aktiv aufgenommen werden


Mit der Fertigstellung der Autobahn A96 kamen verstärkt Anforderungen auf die anliegenden Feuerwehr und den Landkreis zu. Zur Verkehrssicherung bei Unfällen beschaffte der Landkreis Verkehrssicherungsanhänger (VSA), wovon die Feuerwehr Greifenberg am 20. Oktober 1994 einen VSA übernahm.


Kommandanten

 

1872 – 1876         Georg Büchlein

1976 – 1879         Benedikt Eberle

1879 – 1882         Johann Bruggner

1882 – 1904         Michael Haberl

1904 – 1919         Andreas Raffler

1919 – 1921         Josef Albrecht

1921 – 1929         Josef Metzger

1929 – 1950         Alois Heilrath

1950 – 1956         Heinrich Albrecht

1956 – 1966         Johann Vogl

1966 – 1974         Robert Sedlmeier

1974 – 2002         Josef Pitzl  (2014 Ernennung zum Ehrenkommandant)

seit 2002              Florian Pitzl

 

 

Vorstände

 

1872 – 1878         Max Frh. von Perfall

1878 – 1880         Erhard Frh. von Perfall

1880 – 1882         Johann Bruggner

1882 – 1885         Gabriel Karpf

1885 – 1901         Franz Zistl

1901 – 1904         Johann Trischberger

1904 – 1919         Josef Gall

1919 – 1934         Andreas Raffler

1934 – 1950         Georg Gall

1950 – 1956         Heinrich Albrecht

1998 *) - 2017      Hermann Schneider

seit 2017              Peter Breunig

 

*)  Wiedergründung des Feuerwehr-Vereins

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