Freiwillige Feuerwehr


Greifenberg e.V.

Reisebericht Südtirol, 06./07. Oktober 2018

 

Nach vielen Ausflügen mit der Bahn war nun wieder ein Bus gefragt, weil dieser für die Südtirol-Reise logistisch  optimaler war. Chauffiert wurden wir vom Busunternehmen Sigi Boos aus Inning, mit dem Firmenchef persönlich am Steuer. Er fuhr uns perfekt wie die Fahrer der „Queen“, sanfte Schaltübergänge, kein Ruckeln, wohl dosierte Bremsungen und trotzdem zügig und immer pünktlich vor Ort.

 

Kurz vor Innsbruck fand die erste Brotzeit statt, bestehend aus Regensburger, Wiener, Brezen, Semmeln und Getränken nach Belieben. Nach dem Brenner war nochmals ein kurzer Stopp an einer kleinen Raststätte.

 

Zentrum der Reise für die weiteren Unternehmungen war Oberbozen am Ritten. Der Ritten ist ein Bergplateau nördlich von Bozen, ca. in einer Höhe von 900 bis 1000 m gelegen. Um von der Autobahnausfahrt Bozen-Nord dorthin zu kommen, sind viele Kehren und einige Engstellen und starke Steigungen zu fahren. In südlicher Richtung bietet sich vom Ritten der Talblick nach Bozen, dreht man sich um 90° nach links, besteht freier Blick auf den Schlern und Rosengarten, natürlich nur bei gutem Wetter. Bekanntester Ort bei den Touristen dürfte Klobenstein sein, aber auch die Ortschaft Wangen, mit der Greifenberg eine inoffizielle Gemeinschaft pflegt, ist auf dem Ritten gelegen. Wer gefüllte Kekse liebt, kennt evtl. die Firma Loacker und Bauherren den Fensterbauer Finstral. Beide Betriebe befinden sich am Ritten mit großen Hallen auf dem Berg. Einfach genial.

 

Gegen Mittag war Ankunft im Hotel Post-Victoria in Oberbozen. Das Hotel besteht aus einem Haupt- und Nebenhaus. Laut Hotel-Info gibt es beide Gebäude bereits seit dem 11. und 12. Jahrhundert und sie wurden ständig dem baulichen Fortschritt angepasst. Die Hausnummern „1“ und „2“ scheinen das zu bestätigen, denn früher wurde einfach nach Entstehungsfolge durchnummeriert: Auch in Bayern findet man noch diese simple Methode.

 

Nach dem Bezug der Zimmer fuhren wir mit dem Bus gleich weiter nach Pemmern, der Talstation für die Seilbahn auf das Rittner Horn. Oben angekommen, konnte jeder seinen persönlichen Wünschen nachgehen, wie Weiterwandern auf den Gipfel, leichte Bergwanderung, kleiner Gang durch das Latschen-Labyrinth oder auch einkehren auf einen Imbiss. Als absolut kundenorientiert in Tempo und Freundlichkeit erwies sich der Ober im Gasthaus Unterhorn. Kamerad Röder meinte: wenn du so einen Mann im Team hast, musst du ihn mit allen Mitteln halten.

 

Auf der Rückfahrt nach Oberbozen fand die Besichtigung bei der dortigen Freiwilligen Feuerwehr statt. Als Gastgeschenk wurden den Kameraden ein Fass Bier übergeben. Zwei langgediente Kameraden zeigten uns das moderne Gebäude und die Fahrzeuge. Es entwickelte sich schnell ein reger Informationsaustausch zur Thema Feuerwehr bei uns und in den Bergen. Wer Fahrzeuge in der Größenordnung unseres HLF 20 oder LF 10 erwartet hatte, lag völlig falsch. „Unser Gröschtes“ wurde erklärt und gezeigt, ist ein Tanklöschfahrzeug mit 1000-Liter-Tank auf einem Mercedes-Fahrgestell 814, natürlich mit Allradantrieb. Es gilt in dieser Region mit der Steigung und den teilweise engen Straßen zu Recht zu kommen. Das setzt sich auch bei den anderen Einsatzfahrzeugen fort. Wichtig ist kompaktes Format und Allradantrieb. Für uns eine Besonderheit war auch, dass der Rettungssatz im FW-Haus gelagert ist und erst im Einsatzfall auf das Fahrzeug verladen wird. Kommentar dazu war: er wird nur selten benötigt, Haupteinsatzmittel bei Verkehrsunfällen ist die Seilwinde, weil die Unfallbeteiligten meist bergab zu liegen kommen.

Mehr zur Feuerwehr Oberbozen für Interessierte findet sich unter http://ff-oberbozen.ritten.net/

Dazu anzumerken ist, dass der noch abgebildete Land-Rover aus Sicherheitsgründen nicht mehr benutzt werden darf und zum freien Verkauf steht.

 

Nach diesem dienstlichen Exkurs fand am Abend das Törggelen im Hotel statt. Zugegeben, es ging natürlich nicht so rustikal zu wie in einer Buschenschänke. Wer sich aber kräftig ins Zeug legte, konnte gut satt werden. Die Anzahl der Gänge war jedenfalls mehr als in der Info zur Reise vom Vorsitzenden beschrieben. Etwas Schwäche zeigten die Musikanten. Denen hatte anscheinend die Tour durch mehrere Veranstaltungen schon etwas zugesetzt und eine Dame vom Service hatte auch nicht ihren optimalen Tag erwischt.

Weil es speziell den jüngeren Teilnehmern noch nach einer Kneipe war, gingen sie auf die Suche und fanden (wie immer) in unmittelbarer Nähe zum Hotel ein geeignetes Lokal. Nach den Kommentaren beim Frühstück zu urteilen, waren sie damit sehr zufrieden, besonders auch mit der Freundlichkeit des Wirts.

 

Alles hat ein Ende und so fuhren wir mit der neuen Seilumlaufbahn von Oberbozen ins Tal. Der Bus folgte leer über die Straßen. In Bozen bestand Gelegenheit für Unternehmungen nach eigenem Geschmack. Essen, Trinken, Eis essen, Ötzi-Museum besuchen oder nur rumschlendern. Sigi sammelte uns am zentralen Busbahnhof wieder auf und dann ging es über den Brenner zurück in die Heimat. Etwas eng wurde es noch mit den Lenkzeiten, da auf der Autobahn ein unerwartet langer Stau war und sich am Zirler-Berg wieder Zeitgenossen versuchten, die es fahrerisch nicht im Kreuz hatten oder deren Fahrzeug schlecht gewartet war. Eine Wasserpfütze unter dem Motor verrät alles.

Trotz dieser Widrigkeiten kamen wir gegen 20.30 Uhr in Greifenberg sicher an. Für die Barbesucher vom Vortag war dieser frühe Zeitpunkt sicher hilfreich im Hinblick auf die folgende Arbeitswoche. Die etwas ältere Generation hatte ein relaxtes Wochenende. Somit war für jeden etwas geboten und so soll es sein.